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Liebe Patienten,
wie Sie vielleicht gehört haben, kann man sich seit kurzem
gegen Viren (HPV = Humanes Papillom Virus) impfen lassen, die an
der Entwicklung einer Großzahl von Gebärmutterhalskrebsen
beteiligt sind. Das trifft insbesondere auf jüngere Frauen
zu.
Ende März hat die Ständige Impfkommission die HPV Impfung
für Mädchen zwischen 12 bis 17 Jahren öffentlich
empfohlen. In diesen Fällen übernehmen die Krankenkassen
in jedem Fall die anfallenden Kosten. Teilweise übernehmen
die Krankenkassen sogar die Impfkosten für Jungen. Bitte erkundigen
Sie sich direkt bei Ihrer Krankenkasse, inwieweit das für Sie
zutrifft.
Glücklicherweise nehmen immer mehr Frauen an den Früherkennungsmaßnahmen
teil. Daher ist der Gebärmutterhalskrebs lange nicht mehr so
häufig und dramatisch im Verlauf, wie noch vor 30 Jahren. Leider
gibt es immer wieder Methodenversager. Da man heute weiß,
dass dieser Krebs sich nur entwickeln kann, wenn bestimmte Viren
aus der Gruppe der Humanen Papilloma Viren (HPV) beteiligt sind,
liegt es nahe, genau diese Viren zu bekämpfen oder eine Infektion
zu verhindern. Eine Virustherapie gibt es noch nicht wirklich, aber
eine prophylaktische Impfung ist nun seit November 2006 verfügbar.
Wenn auch Impfungen, wegen Ihrer Nebenwirkungen oder Komplikationen
immer wieder in der Diskussion sind, so ist vielleicht die HPV-Impfung
die Ungefährlichste. Alle Untersuchungen an vielen Tausend
Frauen haben gezeigt, dass es keine Komplikationen gab UND (!) keinen
Krebs oder Krebsvorstufen.
Die Impfung besteht aus 3 Impfungen. Nachgeimpft wird in der Regel
2 und 6 Monate nach der ersten Impfung. Eigentlich sollten alle
geimpft werden, Mädchen/Jungen, Frauen/Männer, Junge/Ältere.
Zugelassen ist der aktuelle Impfstoff (Gardasil) zur Zeit für
Mädchen und Jungen von 9-15, dann Frauen von 16-26 Jahren.
Im September 2007 soll ein zweiter Impfstoff (Cervarix) auf den
Markt kommen. Dieser soll dann bis zum 55. Lebensjahr zugelassen
werden.
Die Impfung ist so etwas wie eine historische Chance, eine riesige
Errungenschaft. Sie ist keine Impfung gegen Krebs, sie verhindert
nicht alle Gebärmutterhalskrebse und schon gar nicht andere
Krebsarten, aber sie senkt das Risiko, an einem übersehenen
Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.
Wer geimpft ist, kann sicherer Leben, aber er sollte auch weiterhin
regelmäßig zu den Früherkennungsuntersuchungen gehen.
Gebärmutterhalskrebse mit anderen HPV-Typen, andere mögliche
Erkrankungen, insbesondere auch der Brust und überhaupt der
Arztkontakt sind wichtige Dinge die nicht vernachlässigt werden
können.
Sollten Sie sich nicht persönlich zu einer Impfung entscheiden
können, bitte, geben Sie Ihren Familienmitgliedern die Chance,
selbst eine Entscheidung zu treffen. Reden Sie mit ihnen !
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