Mehr Sicherheit für
Sie und Ihr Kind
Mit der Schwangerschaft beginnt für jede Frau ein neuer Lebensabschnitt.
In den nächsten neun Monaten werden Sie sich körperlich
und seelisch verändern. In Ihnen wächst ein neuer Mensch
heran. Jetzt sind Sie nicht mehr nur für sich selbst und ihre
eigene Gesundheit verantwortlich, sondern tragen auch Verantwortung
für ein neues Leben, das Ihrem Schutz und Ihrer Pflege anvertraut
ist.
Wie gut es Ihnen und Ihrem Kind während dieser Zeit geht,
ob Sie die Schwangerschaft als Erlebnis oder Belastung empfinden,
hängt auch davon ab, wie sehr Sie jetzt auf sich und Ihre und
damit auch die Ihres Kindes achten. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung,
ausgleichende sportliche Aktivitäten, ihre persönliche
Einstellung und Ihre seelische Verfassung haben großen Einfluß
auf die Entwicklung Ihres Kindes.
Ängste, mangelndes Selbstvertrauen, Stress und seelische Belastungen
wirken einem günstigen Schwangerschaftsverlauf entgegen. Nehmen
Sie sich deshalb Zeit für sich selbst und informieren Sie sich
umfassend. Denn durch Wissen gewinnen Sie innere Ruhe und Selbstvertrauen.
Nehmen Sie im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge die Hilfe Ihres
Frauenarztes und Ihrer Hebamme in Anspruch. Die Mutterschaftsvorsorge,
durch die sich eine Vielzahl von Notfällen und Komplikationen
verhindern lassen und durch die die Säuglings- und Müttersterblichkeit
in den vergangenen Jahren drastisch gesenkt werden konnte, gilt
heute weltweit als vorbildlich. Durch die Teilnahme an den regelmäßigen
Vorsorgeuntersuchungen lassen sich Probleme schneller erkennen und
auch erfolgreich behandeln. Je eher Sie kommen, desto früher
lassen sich Risiken erkennen und Komplikationen beseitigen; nicht
nur solche, die die Entwicklung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen,
sondern auch solche, die Ihre eigene Gesundheit gefährden.
Erweiterte Mutterschaftsvorsorge – Modernste Diagnostik
im Dienst von Mutter und Kind
Das Vorsorgeprogramm der Krankenkassen
Im Rahmen dieses Pakets zur Mutterschaftsvorsorge sind insgesamt
10 Untersuchungen vorgesehen. Sie finden zunächst im Vierwochenrhythmus,
nach der 32. Schwangerschaftswoche alle 14 Tage statt. Je näher
der Geburtstermin rückt, desto kürzer werden die zeitlichen
Abstände. Im Einzelfall kann von diesem Untersuchungsschema
abgewichen werden.
Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen untersucht Sie Ihr Arzt regelmäßig.
Dabei werden Ihr Gewicht und Ihr Blutdruck gemessen, die Größe
der Gebärmutter und die Lage des Kindes ermittelt und die Herztöne
des Kindes überwacht. Diese körperlichen Untersuchungen
werden durch verschiedene Labortests sowie drei Ultraschallunter-suchungen
ergänzt. (10. , 20. und 30. Schwangerschaftswoche) Bei Problemen
können weitere Untersuchungen erforderlich werden, die ggf.
auch invasive Verfahren wie Amniozentese (Fruchtwasserpunktion)
oder die Chorionzottenbiopsie (Mutterkuchenpunktion) einschließen.
Zu Beginn der Schwangerschaft werden Blutgruppe
und Rhesusfaktor bestimmt. Es erfolgt eine
Abstrichentnahme auf Chlamydien. Außerdem wird geprüft, ob ein ausreichender Schutz gegen
Röteln besteht. Diese an sich harmlose
Infektionskrankheit kann in den ersten Schwangerschaftsmonaten
schwere Fehl- und Mißbildungen des Kindes hervorrufen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit und zum Schutz des Kindes wird außerdem
ein HIV- (Aids) Test angeboten.
Eine Untersuchung auf Lues (Syphilis)
ist vorgeschrieben.
Zusätzlich wird bei jeder Vorsorge geprüft, ob ausreichend
roter Blutfarbstoff (Hämoglobin) in Ihrem
Blut vorhanden ist. Ist der Wert erniedrigt, deutet dies auf einen
Eisenmangel hin. Ein solcher Mangel läßt sich durch Einnahme von
Eisenpräparaten schnell beheben. Die regelmäßige Urinuntersuchung auf, Zucker und
Eiweiß dient der
Aufdeckung von möglichen Blasen- und Nierenkrankungen sowie der Früherkennung der sogenannten
Gestose, einer typischen Schwangerschaftserkrankung, die für Sie und Ihr
Kind gefährlich werden kann.
Sinnvolle ergänzende Diagnostikverfahren
Andere wichtige und sinnvolle Tests gehören nicht zur gesetzlichen
Mutterschaftsvorsorge. So werden z.B. keine Kosten für einen
vorsorglichen Toxoplasmosetest übernommen
(eine Infektionskrankheit, die durch Katzen oder den Genuß
rohen Fleisches übertragen wird). Im gesetzlichen Leistungskatalog
ebenfalls nicht enthalten sind die Tests auf Ringelröteln,
Zytomegalie und Windpocken.
Der zum Ausschluß eines Schwangerschaftszuckers sicherlich
sinnvolle Blutzuckerbelastungstest gehört
ebenfalls nicht zum normalen Vorsorgeprogramm. Ein erhöhter
Blutzucker erhöht nämlich nicht nur das Fehlbildungsrisiko
für das Kind, sondern birgt gleichzeitig für die Mutter
die Gefahr einer späteren Diabetes-Erkrankung.
Blutuntersuchungen wie der AFP-Test oder Triple-Test,
die Aufschlüsse über Spaltbildungen der Wirbelsäule
(offener Rücken) oder Hinweise auf das mögliche Vorliegen
eines Down-Syndroms (Mongolismus) geben können, gehören
nicht zu den Regelleistungen der Mutterschaftsvorsorge. Eine weitere
wichtige Ergänzung mit guten Vorhersagenwerten bietet das sogenannte
Ersttrimesterscreening, eine Kombination aus einer
speziellen Ultraschall- und Blutuntersuchung in der 13. Schwangerschaftswoche.
Diese Tests ermöglichen eine Verbesserung der Risikoabschätzungen
für kindliche Schädigungen ohne Gefahr für das Ungeborene
und die Mutter.
Neben den im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge vorgesehenen drei
Ultraschalluntersuchungen ist es aus medizinischer Sicht richtig
und wichtig, den Schwangerschaftsverlauf kontinuierlich durch Ultraschall zu überwachen. Diese für
Mutter und Kind ungefährlichen Ultraschallkontrollen können auf
Wunsch von uns durchgeführt werden. In manchen Fällen kann es im Verlauf der Schwangerschaft auch
zu einer Unterversorgung des Kindes kommen. Durch eine Doppler-Ultraschalluntersuchung, läßt
sich der Blutfluß in den
kindlichen Organen und in der Nabelschnur messen, so
daß eine mögliche Mangeldurchblutung frühzeitig erkannt werden
kann.
Die in diesem Paket zusammengefaßten Untersuchungen sind
nach dem neusten Stand der medizinischen Forschung für eine
umfassende Schwangerschaftskontrolle zu empfehlen. Unsere Mitarbeiterinnen
informieren Sie gern über die im Einzelfall zu erwartenden
Kosten.
Sport und Ernährung während der Schwangerschaft
–
Was Sie selbst tun können
Eine Schwangerschaft ist zwar keine Krankheit – dennoch stellt
sie eine große Belastung für Ihren Körper dar. Um
so wichtiger ist es deshalb, daß Sie Ihren Organismus während
der Schwangerschaft ausreichend mit Vitalstoffen versorgen. Während
der Schwangerschaft sollten Sie deshalb auf eine vitalstoffreiche
Ernährung achten. Essen Sie eisenhaltige Nahrungsmittel wie
Eier, Fisch und Vollkornprodukte. Auch der erhöhte Bedarf an
Calcium während der Schwangerschaft und später in der
Stillzeit kann durch regelmäßige Zufuhr aller Milchprodukte
gedeckt werden. Viel Calcium enthalten alle Milchprodukte wie Joghurt,
Dickmilch und Käse. Außerdem sollten Sie auf eine ausreichende
Jodversorgung achten. Die Verwendung von jodiertem Speisesalz und
zwei Fischmahlzeiten pro Woche reichen oft nicht aus, um den Jodbedarf
von Mutter und Kind zu decken. Hier empfiehlt sich eine Nahrungsergänzung
durch spezielle Jod- oder Vitamin- und Mineralkombipräparate,
die auf den Vitalstoffbedarf von Schwangeren abgestimmt sind. Auch
die Ergänzung von Folsäure wird empfohlen.
Grundsätzlich sollten Sie während der Schwangerschaft
auf eine eiweiß- und kohlenhydratreiche Ernährung achten.
Ihr Eiweißbedarf sollte jeweils zur Hälfte aus tierischen
und pflanzlichen Eiweiß gedeckt werden. Gute tierische Eiweißträger
sind Milch und Milchprodukte, magere Fleisch- und Fischsorten sowie
Geflügel. Geeignete pflanzliche sind Soja, Hülsenfrüchte
und Getreide.
Vermeiden Sie leere Kalorien (Zucker, Schokolade, Eis Kuchen) und
zu fette Speisen. Wählen Sie stärke- und ballaststoffreiche
Nahrungsmittel, die Energie spenden und für eine gute Verdauung
sorgen. Schränken Sie Ihren Kaffeeverzehr ein, verzichten Sie
im Interesse Ihres Kindes auf das Rauchen und alkoholische Getränke
- seien Sie vorsichtig bei rohen oder halbrohen Fleischgerichten.
Der Genuß solcher Speisen kann zur Aufnahme von Toxoplasmose-Erregern
führen und eine Infektion auslösen.
Auf Sport sollten Sie während der Schwangerschaft nicht verzichten.
Mäßige körperliche Aktivität ist nämlich
kein Risiko, sondern steigert das Wohlbefinden und beugt vielen
Schwangerschaftsrisiken vor. Sehr empfehlenswert sind jedoch Gymnastik,
Schwimmen, Radfahren und Lockerungsübungen oder Walking.
Sinnvoll ist die Teilnahme an einer speziellen Schwangerschaftsgymnastik,
in deren Verlauf Übungen gemacht werden, die auf die besonderen
Erfordernisse von Schwangerschaft und Geburt Rücksicht nehmen. Grundsätzlich
sollten Sie Ihr Sportprogramm mit Ihrem Arzt besprechen, der Sie
hier auch individuell beraten kann.
Preise/Kosten
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